Besser BARFen
Besser Alles Roh Füttern = BARFen
Bei den verschiedenen Futterarten habe ich ja schon das "klassische" Barfen beschrieben. Hier geht es immer um die reine Fütterung mit rohem Fleisch.
Dieses "klassische Barfen" ist durch die neue Abkürzung "Besser Alles Roh Füttern" abgelöst worden. Wobei hier natürlich "Alles Roh" so auch nicht stimmt, wenn man Reis oder Nudeln als Energieträger dabei hat, müssen die natürlich gekocht sein.
Die Vorteile dieser Methode:
- Hohe Akzeptanz beim Hund
- Keine unerwünschten Zusatzstoffe
- Inhaltsstoffe genau auf den Hund abgestimmt
- Weniger Abfall
- Besitzer muss sich auskennen
- Futterkomponenten müssen immer vorrätig sein
- Energielieferanten (Nudeln/Reis) müssen vorgekocht werden
- Mixer zum Pürieren sollte vorhanden sein
- Futter muss gegebenenfalls suplimentiert werden
auftreten:
- Ständiger Fellwechsel
- Unerträglicher Juckreiz
- Immer wieder Durchfall
- Tränende Augen
- Häufige Ohrenprobleme
Jetzt fehlt noch der Welpe/Junghund, auch da gibt es Besonderheiten
Futterarten
Nassfutter
Immer wieder höre ich: "Mein Hund bekommt ganz teures Dosenfutter von XXX".
Das stimmt wohl, aber ist es auch gut? Enthält es alles was ihr Hund braucht?
Um Ihnen mal ein Beispiel für ein Nassfutter zu geben.
In der folgenden Grafik sind 26 wichtige Stoffe die ein Hund braucht grafisch aufbereitet. Die rote Linie ist die "Messlatte" für die benötige Menge.

Und nein, ich werde hier den Hersteller nicht benennen, ich brauche keine Klagen 
Dies ist ein absolut "normales" geläufiges Futter, was deutschlandweit im Handel ist.
Auch wenn Sie die Beschriftung nicht lesen können, fällt direkt auf, dass bei der Versorgung des Hundes große Defizite auftreten. Das kann auf Dauer nicht gutgehen und muss einfach Folgen haben.
Barfen:

Dies ist die Fütterung mit dem Fleisch einer Rinderkeule (roh und pur).
Sie merken schon, ich bin kein Fan von dem industriell hergestellten Tierfutter.
Ich bin aber auch kein Anhänger des reinen BARFens (nur Fleisch).
Trockenfutter:

Deutschlandweit vertriebenes bekanntes Trockenfutter
Vom Bild her, sieht das Trockenfutter noch am "ausgewogendsten" aus.
Der große Nachteil vom Trockenfutter sind jedoch die oft zugesetzten Farb- und Konservierungsstoffe z.B. (BHA/BHT). Viele Hunde reagieren gerade hierauf allergisch und zeigen körperliche Symptome.
Und um noch einem "Vorurteil" zu begegnen. Trockenfutter beugt nicht der Zahnsteinbildung vor. Das ist ein Trugschluss der leider sehr verbreitet ist und sich hält.
Sie sehen schon, alle 3 Formen sind nicht ausgewogen und es fehlt was. Denken sie an die Symptome die ich einleitenden erwähnt habe. Die können sich aus der Fütterung ergeben oder Symptome aus Krankheiten verstärken.
Trotzdem muss man Lebensumstände berücksichtigen, die Besitzer durch Zeitdruck zur Dose oder Tüte zwingen.
Ja und es geht. Man muss die oben genannten Defizite im Futter anderweitig zuführen. Man kann besseres Dosenfutter benutzen und es "aufpeppen". Aber wir sollten sprechen und auch die Risiken erläutern.
Schauen wir weiter wie es besser geht
ErnährungStartNeu
ein ganz heißes Thema.

Viel diskutiert, jeder kann mitreden, die Bücherregale könnte man mit "Fachliteratur" zu diesem Thema füllen.
Und jetzt komme ich auch noch mit meiner ganz subjektiven Meinung, schon schwer sich da dass richtige raus zu suchen. Betonung auf "meiner subjektiven Meinung".
Fangen wir ganz vorn an.
"Artgerecht" ?
Genau dort würde ich das erste Fragezeichen machen. Inwieweit sind unsere Tiere eigentlich noch vergleichbar mit Ihren Vorfahren.
Pferde darf man nicht nach der Stallzeit im Winter einfach wieder auf das grüne Gras lassen. Sie müssen sich ganz langsam an das Grünfutter gewöhnen. Also haben wir hier schon die unterschiedliche Haltung von Vorfahren und Nachfahren.
Einen ganzjährig durch die Wälder ziehenden Wolf würde ich mit einem Mops auch nicht mehr so vergleichen wollen.
Sie sehen schon, alleine die Frage nach "artgerecht" wirft schon die nächsten Fragen auf.
Die Haltung der Tiere ist auch schon arg unterschiedlich. Habe ich mehrere Hunde oder einen, habe ich viel Zeit oder wenig, was für Möglichkeiten habe ich das Futter zu besorgen oder zu lagern. Das alles spielt mit bei der Überlegung, wie füttere ich oder besser was kommt in den Napf.
Meine Meinung ist : -> es muss praktikabel, machbar und am wichtigsten ,gesund für den Hund sein.
Also wir fangen von vorne an drehen die Frage einfach mal um.
Was ist mit Sicherheit "keine artgerechte Ernährung" vielleicht kommen wir so weiter.
Sehr beliebt ist Trockenfutter. 
Haben Sie mal versucht nur Müsli zu essen. Und es nennt sich Trockenfutter, also trocken.
Schaffen Se eine Schüssel? Zu trocken? Ausgewogen? Und wir treiben dieses Spiel ja über Wochen.
Klar sagen sie jetzt -> der Hund kann ja Wasser hinterher trinken (könnten sie bei Ihrem Müsli ja auch mit Milch hinterher probieren).
Sie weichen Ihrem Hund das Trockenfutter in Wasser ein? Nicht wirklich gut, denn unsere Hunde ob groß ob klein haben Zähne, die sie benutzen möchten.
Trockenfutter ist eine praktische Sache, aber für den Hund nicht das optimalste.
Weil:
Er wird während des Fressens nicht satt.
Es besteht leicht die Gefahr der Dehydration.
Nicht immer sind alle, bzw.nur gute Inhaltsstoffen drin.
Am schlimmsten aber ist, das Zusatzstoffe in den meisten Trockenfuttern enthalten sind die unsere Hunde krank machen können. Sie reagieren mit Hautproblemen oder Durchfall. Tränen ihrem Hund oft die Augen, hat er immer wieder Probleme mit den Ohren? Dann schauen sie auf den Futtersack. Hinter dem Wort Antioxidantien verbirgt sich sehr oft ein Konservierungsstoff unter dem die Tiere leiden. leider Gottes wird daran al letztes gedacht, dabei wäre es so einfach dem Tier zu helfen. Lösung: Futterwechsel
Ganz ehrlich, haben sie sich mal die Zutatenliste auf der Rückseite der Packung angeschaut? Wenn sie die ganzen Zutaten nicht kennen empfehle ich Ihnen Google, sie werden sich wundern was da drin ist.
Trockenfutter als alleinige Nahrungsquelle fällt für mich absolut aus! Die Nachteile für den Hund überwiegen meiner Meinung, besonders die gesundheitlichen.
Gehen wir weiter zu "Naßfutter" (man könne hier auch Dosenfutter sagen, weil das meine ALT ich).
Schon besser, der Hund/die Katze muss sich nicht Wasserproblem kümmern.
Aber gut? Auch hier hilft der Blick auf die Zutatenliste auf der Dose (am besten mit Hilfe von Google). Man sollte darauf achten, das genau deklariert ist was für ein Fleisch in der Dose ist. Was von welchem Tier und nicht z. B Rind und Tierische Nebenerzeugnisse.
Dann kann die Dose alles vom Rind beinhalten, auch Därme oder sogar Urin.
Auch sollte man darauf achte das keine Emulgatoren verwendet wurden. Aber Achtung, die Hersteller müssen diese nicht deklarieren. Casia Gum ist so einer. Der Inhalt der Dose wird mit Wasser oder Fleischbrühe gestreckt und mit dem Emulgator verfestigt. Man sieht das sofort wenn die Dose offen ist. Ein Fleischkern mit Soße ist besser als eine homogene Masse.
Sollte die dritte Möglichkeit die ich gleich vorstellen werde für sie nicht in Frage kommen empfehle ich ein gutes Trocken und ein gutes Nassfutter zu kombinieren. Nicht in einer Mahlzeit mischen, aber z.B. morgens trocken und abends nass. So hat der Hund die meisten wichtigen Vitamine und Mineralien durch das Trockenfutter und eine schmackhafte Fleischmahlzeit am Abend. Trotzdem würde ich immer etwas frisches dazugeben, wie z.B. Hüttenkäse, Joghurt, ein Eigelb, Gemüse und gute Öle.
Die dritte, zugegeben aufwendigste, aber ohne Frage für den Hund gesündeste Ernährung ist die Frischfütterung. Das heißt es wird kein Fertigfutter verwendet.
Man kann diese Art der Fütterung folgendermaßen gestalten. Nehmen sie rohes Fleisch (Rind, Geflügel, oder Wild),roh püriertes Gemüse und eventuell Nudeln, Reis , Hirse oder Kartoffeln dazu. Die Kohlehydrate sind wichtig, damit sich der Hund die Energie daraus holen kann. Alternativ dazu kann man nur Fleisch und Gemüse geben sollte aber darauf achten nicht zu mager zu füttern. Die Hunde nehmen sonst ab. Die Rationen für einen Hund sollten gut ausgerechnet sein. Man sollte den Bedarf errechnen und welche Supplimente dazu gegeben werden müssen. Das kann man entweder selber errechnen, an Hand eines guten Buches z.b. die Barf Bibel von Frau Dr. Katja Sauer, oder sich beraten lassen.
Wer rohes Fleisch ablehnt, kann auch reine Fleischdosen verwenden. Diese gibt es z.B. von der Fa. Lunderland.
Diese Dosen sind aber ein Einzelfuttermittel, zu dem immer etwas dazugegeben werden muss um eine komplette Mahlzeit zu erhalten.
Sie sehen, das Thema Futter ist ein großes Thema, und jeder muss es so machen wie es für ihn am besten zu praktizieren ist, aber an erster Stelle steht das Tier. Fragen sie sich immer bei jeder Erkrankung kann das Futter schuld sein, und das sollte auch ihr Tierarzt tun, denn oft ist das schon die Lösung des Problems.
Katzen
Haben sie einen Freigänger?
Dann haben sie ein Problem weniger.
Freigänger holen sich was sie brauchen in der freien Natur.
Trotzdem sollte man darauf achten der Katze eine gute Proteinquelle zur Verfügung zu stellen. Katzen ernähren sich zu 90% von Fleisch.
Sie brauchen auch Rohfaser, können sich diese aber auch draußen selber holen ( Gras). Wenn Katzen die Möglichkeit haben, und dies auch tun, sich Mäuse und Vögel zu fangen braucht man kein Taurin zugeben.
Trockenfutter ist bei jeder Katze, egal ob Freigänger oder Stubentiger die schlechteste Möglichkeit der Ernährung. Es ist für den Besitzer zwar praktisch, aber für die Katze sehr ungesund. Katzen sind Wüstentiere und trinken wenig bis gar nichts. Logisch, das das Trockenfutter in dem Fall dehydriert, und die Katzen Nierenprobleme bekommen. Viel Katzen sterben an Niereninsuffiziens.
Also bleibt der Stubentiger.
Dem Stubentiger sollte schon vielseitiges Futter angeboten werden. Die Wohnungskatze braucht natürlich auch eine gute Proteinquelle. Ferner sollte man ihnen auch Rohfaser in Form von Katzengras, oder wenn sie es fressen roh geriebenes Gemüse anbieten. Hüttenkäse, Quark und auch mal ein rohes Eigelb sollte auch im Angebot sein.. Beides schadet natürlich nicht auch dem Freigänger anzubieten.
Wichtig für die Wohnungskatze ist aber auf alle Fälle Taurin. Katzen können Taurin, im Gegensatz zum Hund nicht selbst bilden, und müssen dies supplimentiert bekommen.
Haben die Katzen Taurinmangel bekommen sie Probleme mit den Augen und dem Herzen.
Anstatt Taurin dazuzugeben kann man auch ab und zu Herz verfüttern, somit hat man das Problem gelöst.
Im Fertigfutter sollte Taurin enthalten sein, bereitet man die Futteration selber zu sollte man ausrechnen, oder ausrechnen lassen wie der Bedarf der Katze ist. Katzen sind von den Zutaten nicht schwierig zu barfen, aber die Akzeptans bei den Katzen ist oft nicht so hoch, und manchmal muss man sie schon überlisten. In ganz hartnäckigen Fällen gelingt das nicht und man muss auf ein gutes Nassfutter umsteigen.
Welpe/Junghund
Wie lange ist der Welpe ein Welpe?
Darüber streiten sich die Geister, ich würde sagen bis zum Zahnwechsel, das ist mit ca. 6 Monaten der Fall.
Danach kommen 6 Monate Junghund-dasein.
Sicher ist jedem klar -> ein Welpe/Junghund muss anders gefüttert werden als ein ausgewachsener Hund. Aber worauf muss man achten.
Fangen wir mit den Proteinen an.
Der Bedarf an Protein ist ca. 4 x so hoch wie bei einem ausgewachsenen Hund, da Protein zur Zellteilung also für das Wachstum wichtig ist.
Wie stelle ich fest, dass Protein fehlt?
Die typischen Symptome:
- verminderte Fresslust
- Anfälligkeit für Durchfall und Parasitenbefall
- setzen mehr Fett an, stumpfes Fell
- wenig Anteilnahme, Tier ist träge
Zuviel Protein hingegen hat keine nachteilige Wirkung auf das Wachstum, beschleunigt es aber auch nicht.
Energiegehalt:
- Wichtig fürs Wachstum, aber zu viel Energie heißt zu schnelles wachsen.
- Die Endgröße wird nicht beeinflusst wird aber bei zu viel Energie schneller erreicht (schlecht für den Bewegungsapparat)
- Calcium/Phosphor Gehalt:
- Sehr wichtig wegen Knochenmineralisierung.
- Zu viel Phosphor hemmt im Darm die Aufnahme des Calciums. Somit fehlt Calcium, der Knochen kann nicht mineralisiert werden
- Vit. D :
- ca.20IE/kg KM Vitamin D empfohlen
Wachstumskurve:

Dies ist eine Wachstumskurve. Sie wird individuell für den Hund erstellt und zeigt jeweils an, zu welchem Zeitpunkt der Hund wieviel wiegen sollte um im normalen Bereich zu sein und "gesund" zu wachsen.
Für die genaue Berechnung sollte die Rassse und Gewicht (je nach Geschlecht, des Vaters oder der Mutter ) bekannt sein.
Warum kein schnelles Wachstum?
- In den ersten 3-6 Lebensmonaten ist die Hauptwachstumsphase des Hundes
- Die Wachstumsgeschwindigkeit wird durch die Energieaufnahme nachhaltig beeinflusst
- Ist der Hund zu schnell gewachsen wird das noch nicht ausgereifte Skelettdurch die höhere Körpermasse mehr belastet und die Muskeln, Bänder und Sehnen können dies nicht abfangen
- Auch die Druckbelastungen durch Starts und Stopps sind in diesem Fall höher für die Gelenke ( Mikroverletzungen der Gelenkknorpel)
- Energieüberversorgung: Gelenkknorpel werden nicht genug abgestützt. Dadurch können sich u.U. Knorpelschuppen ablösen und zum Krankheitsbild der Gelenkmaus oder Chip führen (OCD).
- Knochen können ungleichmäßig wachsen, z.B. Speiche und Elle --> im Gelenk entsteht Stufe = ED
Nie zu wenig Kalcium / Phosphor
- Ein Mangel an Vitamin D, Phosphor und/oder Kalzium führt zu Rachitis ( kommt heute nur noch selten vor)
- Wichtiger ist eine Erkrankung, die sich infolge eines Phosphorüberschusses im Futter entwickelt und durch eine fortschreitende Entmineralisierung des Skeletts mit bindegewebigem Umbau gekennzeichnet ist. Es entwickeln sich weiche, biegsame Knochen. Die Erkrankung tritt auf, wenn Fleisch bzw. Getreideprodukte ohne Ergänzung mit Mineralstoffen gefüttert werden und das Kalzium/Phosphorverhältnis unter 1:1 liegt (Relativer Kalziummangel).
- Erheblicher Kalziumüberschuss im Futter, das 2,5 – 3 fache, kann auch zur Schädigung des Skelettes führen. (Vermehrt bei großwüchsigen Rassen)
- Durch den Kalziumüberschuss kann vermehrt das Hormon Calcitonin ausgeschüttet werden. Das wiederum kann die Knochenzellen negativ beeinflussen und verhindert den Ab- und Umbau der Knochensubstanz






