Vitalpilze

Eine kleine Einführung in die Mykotherapie.

Mykotherapie: Der Begriff leitet sich von Mykos - Pilz auf Griechisch - ab. Für die Pilze, die in dieser Therapie genutzt werden, gibt es unterschiedliche Bezeichnungen: Vitalpilze, Heilpilze, Medizinalpilze. Manche Autoren sprechen lieber von Nutzpilzen und vermeiden die Bezeichnung „Heilpilz“, weil in Deutschland kein Pilz (anders als bei Heilpflanzen) als Arzneimittel zugelassen ist.

Haben sie sich schon einmal Gedanken über Pilze gemacht?

Pilze sind etwas ganz spezielles. Sie sind weder Tier noch Pflanze! Sie bilden ein eigenständige Gruppe, die in der Evolutionsgeschichte 100 Millionen Jahre alt ist. In dieser Zeit haben sie sich eher mit den Tieren als mit den Pflanzen entwickelt: Zum Beispiel enthalten ihre Zellwände Chitin, woraus die Panzer von Krebstieren bestehen. Anders als Pflanzen brauchen sie kein Blattgrün zur Energiegewinnung und nach dem Sterben betreiben sie eine Art Standortreinigung, in dem sie sich in organisches Material auflösen. So besteht ein Viertel der Biomasse der Erde aus Pilzen! Faszinierend, oder?

Das weltweit größte Lebewesen ist ein Pilz: Das Geflecht eines Hallimasch in Oregon erstreckt sich über 9 km2!

Man unterscheidet zwischen Großpilzen, also solchen mit Hut, Stiel und Myzel (= Geflecht, meist unterirdisch), und mikroskopischen Pilzen (Hefepilze, Schimmelpilze…).
Der Hut kann aus Lamellen, Röhren, Stacheln oder Poren bestehen. Im Hut befinden sich Millionen von Sporen. Der Hut steht meistens auf einem Stiel, so können die Sporen vom Wind verbreitet werden. Wie immer gibt es Ausnahmen, wie z.B. die köstliche Krause Glucke oder die Trüffeln, die nicht einmal oberirdisch sind. Dafür aber himmlisch schmecken!

Und wenn man sich mit Pilzen befasst, liest man sehr bald viele mythischen Erzählungen: Die Pharaonen im alten Ägypten hielten Pilze für Gewächse der Unsterblichkeit. Im europäischen Mittelalter galten sie hingegen als äußerst suspekt. Bei vielen Naturvölkern finden Pilze in schamanischen Bräuchen ihre Anwendung. Das liegt an den enthaltenen Stoffen Psilocybin und Psilocin, die eine hallucinogene Wirkung haben (und deshalb unter dem Betäubungsmittelgesetz fallen). Der im Fliegenpilz enthaltene Stoff Muscimol ist bei sibirischen Schamanen sehr beliebt, die den Pilz für ihre Trance benutzen.

Man wusste also schon in der Antike viel über die Wirkung der Pilze, nutzte sie sowohl zur Beseitigung lästiger Feinde, als auch bei Darm- und Hautkrankheiten.
Die Gletschermummie „Ötzi“ trug Pilze bei sich: den Birkenporling, um Darmparasiten und Würmer zu bekämpfen, und den Zunderschwamm, um Blutungen zu stillen.
Später fanden Pilze in der Klosterheilkunde Anwendungen. Hildegard von Bingen beschreibt die wohltuende Wirkung des Lackporlings, den wir in der heutigen Mykotherapie als Reishi kennen. Die Pilze verloren dann mit der Verbreitung der modernen Medizin an Bedeutung. Jedenfalls in der westlichen Welt!

Denn in der Traditionellen Chinesischen Medizin und auch in Japan sind Pilze ununterbrochen angewendet worden. Erst Mitte der 70er Jahre gelang es, westliche Mediziner auf einen Kongress in Tokyo einzuladen, wo die Ergebnisse intensiver Forschung über die Wirkung von Vitalpilzen vorgestellt wurde. Es wurden seitdem sehr viel wissenschaftliche pharmakologische Untersuchungen geführt, die die Inhaltsstoffe und die Wirkungsweise der Pilze verdeutlichen.

Was macht denn die Pilze so wertvoll, dass man sie zu therapeutischen Zwecken einsetzen kann?
Um dies zu verstehen, hilft es vielleicht sich vorzustellen, dass Pilze überaus „hilfsbereit“ sind. Pilze haben die Fähigkeit entwickelt, Stoffe zu bilden, die Viren, Bakterien und schädliche Pilze bekämpfen. Genau diese Stoffe macht sich die Mykotherapie zunutze. Und nicht nur die Mykotherapie! Zum Beispiel werden natürliche Penicilline von Schimmelpilzen gebildet…


Nun möchte ich Ihnen für einige der bekanntesten Pilze Behandlungsbeispiele geben:

Agaricus blazei Murril (Sonnenpilz, Mandelpilz):

Enthält viele Vitamine, z.B. Biotin und Folsäure. Außerdem Mineralien und Spurenelemente wie Kalium, Zink und Magnesium.

Der Pilz findet Anwendung in der Krebstherapie, bei Verdauungsstörungen, Allergien und Schilddrüsenüberfunktion.

 

Auricularia polytricha (Judasohr, chinesischer Morchel):

Enthält  die wasserlöslichen B-Vitamine. Ferner Mineralien und Spurenelemente wie z.B. Phosphor, Eisen und Silicium.

Der Pilz wird eingesetzt zur Bluverdünnung und Thromboseverhinderung. Wirkt als Entzündungshemmer der Haut und Schleimhäute und wirkt vorbeugend gegen Herzinfakt und zur Linderung bei Bauch und Zahnschmerzen eingesetzt.

 

Coprinus comatus (Schopftintling):

Auch dieser Pilz enthält Mineralien und Spurenelemente, wie  z.B. Mangan, Zink und Kalzium.

Er wird eingesetzt zur Senkung des Blutzuckerspiegels. Soll bei der Hemmung von Sarkomzellen helfen, und vor Arteriosklerose schützen.

 

Cordyceps sinensis (Chinesischer Raupenpilz):

Enthält essenzielle Aminosäuren, Cordycepin, Ergosterin ( Vorstufe Vit. D) und Polysacchariden.

Er wird eingesetzt bei Stimmungsschwankungen, Depressionen, Asthma und begleitend in der Krebstherapie.

Coriolus versicolor (Schmetterlingssporling):

Er enthält Polysacchariden, Ergosterin ( Vorstufe Vit.D) und Dextran, wird in Cina zur Behandlung bei Hepatitis gegeben.

Anwendung findet der Pilz z.B. bei Virusinfektionen (Grippe, Herpes) zur Unterstützung der Leber, bei Entzündungen des Darms und zur Unterstützung des Immunsystems.

 

Hericium erinaceus ( Igelstachelbart, Affenkopfpilz):

Er enthält Zink, Eisen,Selen und viele andere Dinge.

Der Pilz wird zur Prävention von Magen, Darm, Speiseröhren und Hautkrebs eingesetzt. Ferner bei Nervenerkrankungen, bei Alzheimer und zur Regeneration von peripheren Nerven oder bei neuronalen Erkrankungen.

Maitake ( Klapperschwamm):

Er enthält auch B-Vitamine wie Niacin und Folsäure und sein Mineralstoffe sind u.a. Zink, Eisen und Kupfer.

Er wird zur Stärkung des Immunsystems, bei Krebserkrankungen, bei Hepatitis und zur Vorbeugung gegen Osteoporose verwendet.

Polyporus umbellatus ( Eichhase):

Seine Inhaltsstoffe sind u.a.  Kalzium, Kalium, Mangan, Kupfer, die B- Vitamine Biotin, Niacin und Folsäure.

Auch Vit- A beinhaltete er.

Polyporus wird zur Verbesserung der Haut und Haarstruktur, zur Verbesserung des Lymphflusses , bei Herzinsuffizienz

und zur Unterstützung bei Krebs verwendet.

Reishi ( glänzender Lackporling):

Reishi ist der König unter den Vitalpilzen. Seine Inhaltsstoffe sind Calcium, Magnesium, Kupfer und vieles andere.

Er wir gerne zur Unterstützung bei Schlafstörungen,Bronchitis, Blutfettregulierung, Blutdruckregulierung, Anti Aging und vieles mehr eingesetzt.

 

Shiitake (Lentinula edodes):

Auch er enthält einige B-Vitamine, Eisen Zink, Kalzium und auch essentielle Fettsäuren.

Er wird eingesetzt bei Immunschwäche, Regulation des Fettstoffwechsels, Arthritis, Osteoporose und zum Aufbau der Darmflora.

 

Sie sehen, es gibt ein sehr vielfältiges Einsatzgebiet für alle Pilze. Ich habe hier bei den einzelnen Pilzen nicht alle Inhaltsstoffe und nicht alle Einsatzgebiete genannt. das würde den Rahmen sprengen.

So sollte auch bei jedem Tier (oder auch Menschen) genau ausgesucht werden welcher Pilz am besten zu dem Patienten und Krankheitsbild passt.

Auf jeden Fall sind die Vitalpilze eine weitere tolle Therapieform  unter den alternativen Heilmethoden, die man mit in Betracht ziehen sollte.

Die Pilze gibt es als Pulver in Kapselform und können so geöffnet leicht unter das Futter gemischt werden.

Die Dosierung muss von Fall zu Fall überlegt werden.

 

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